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Finaltag der Amateure – das sollte man wissen

Am Finaltag der Amateure werden die Endspiele der Landespokalwettbewerbe bei den Männern ausgetragen. Deren Gewinner qualifizieren sich für den DFB-Pokal. Der Finaltag der Amateure kann daher als Brücke aller Landespokalwettbewerbe hin zum DFB-Pokal verstanden werden. Die ARD überträgt alle Partien am Finaltag in einer großen bundesweiten Livekonferenz im Ersten. Die Spiele werden auf drei verschiedene Anstoßzeiten über den Tag verteilt (2017: 12.45 Uhr, 14.45 Uhr, 17 Uhr). Seine Premiere feierte der Finaltag der Amateure am 28. Mai 2016. Nun steht die Veranstaltung vor ihrer dritten Auflage. Termin ist Pfingstmontag, 21. Mai 2018. Als Anstoßtermine sind diesmal 12.30 Uhr, 14.30 Uhr und 17 Uhr fixiert worden. Die ARD wird von 12.15 bis 20 Uhr mit dem Finaltag der Amateure auf Sendung sein. Die genaue Verteilung der Paarungen auf die drei Time-Slots soll bis Anfang Mai vorgenommen werden.

Ihren Anfang nahm die Idee 2015, als der WDR die Endspiele der Landesverbände Mittelrhein, Niederrhein und Westfalen erstmals in einer Livekonferenz übertrug. Aus dem gelungenen Test entwickelten alle Landesverbände gemeinsam den bundesweiten Finaltag der Amateure. Dieser bietet dem Fußball und den Klubs unterhalb der Bundesligen durch die Präsenz in der ARD eine einzigartige Bühne und Aufmerksamkeit.

An den Landespokalen nehmen zwar auch die Profiklubs aus der 3. Liga teil,  31 von 42 Landespokalfinalisten im Jahr 2017 kamen allerdings aus den Spielklassen darunter: Regionalliga (20), Oberliga (6), Verbandsliga (3) und Landesliga (2). Der Finaltag folgt damit dem beim Amateurfußballkongress formulierten Auftrag der Basis, dass der DFB und seine Landesverbände dem Amateurfußball eine größere öffentliche Aufmerksamkeit verschaffen sollen.

Rainer Koch, 1. DFB-Vizepräsident Amateure, erklärt: „Wir können mit dem großen Programmangebot beim Finaltag einmal abbilden, was Woche für Woche auf unseren Fußballplätzen in Deutschland Realität ist. An jedem Wochenende sind weit mehr als zehnmal so viele Menschen auf Amateurfußballplätzen unterwegs als in den Bundesliga-Stadien, natürlich verteilt auf Tausende von Spielen. Mit dem Finaltag wird die große Kraft des Amateurfußballs zum Ausdruck gebracht. Entscheidend ist nicht so sehr, welche einzelnen Mannschaften in den Finals spielen. Es können ohnehin immer nur einige wenige sein. Sie stehen aber beispielhaft für den Amateurfußball, den Amateur-Spitzenfußball in Deutschland. Insofern ist die Strahlkraft dieses Pokalendspieltags von großer Bedeutung.“

 

Sehr gut. Das Konzept ist aufgegangen, das Feedback der Fans, der Vereine und der ARD ist äußerst positiv. Die Teilnahme am Finaltag sorgt gerade bei den Amateurklubs für große Euphorie und überproportional hohe öffentliche Aufmerksamkeit. Der Finaltag liefert der ARD und damit den Fans namhafte Traditionsvereine wie den 1. FC Magdeburg, Rot-Weiss Essen oder den 1. FC Saarbrücken sowie Underdog-Geschichten wie den Überraschungstriumph des württembergischen Siebtligisten Sportfreunde Dorfmerkingen, genau die Geschichten also, die den Pokalwettbewerb so faszinierend machen. Darüber hinaus haben die Landespokalwettbewerbe durch den Finaltag noch einmal eine Aufwertung erfahren – unter anderem dank der erhöhten öffentlichen Präsenz und verbesserten Präsentation. 

Die TV-Quoten runden das positive Gesamtbild ab. 2,27 Millionen Fernsehzuschauer schalteten in der Spitze beim Finaltag 2017 ein, der Marktanteil lag bei bis zu 13,1 Prozent. Beide Werte lagen höher als im bereits zufriedenstellenden Eröffnungsjahr 2016 (2 Mio./10,2%). 

Das Fachmagazin 11Freunde schrieb zum Finaltag 2017: Der Finaltag der Amateure ist ein Volltreffer. (…) Es klingt erstmal nach einem zähen TV-Nachmittag, voller Rumpelfußball und Favoritensiege, war in der Praxis aber ein pickepackevoller Fußballtag mit allem, was diesen Sport so schön macht. (…) Der gesamte Tag war bis unters Dach vollgepackt mit all diesen kleinen, wunderbaren Geschichten, von denen es so gerne heißt, dass sie nur der Fußball schreibt. All das, was diesen Sport so großartig macht, gab es über Stunden unterm Brennglas. Das große Drama, die sensationelle Aufholjagd, der Überraschungssieg. Und all das ohne die unangenehmen Kommerz-Störgeräusche, die den Profifußball oft so künstlich erscheinen lassen.“

 

Im ersten Jahr wurden 17 von 21 Landespokalendspielen am Finaltag ausgetragen. Beim Finaltag 2017 waren es 20, das Endspiel in Sachsen musste aufgrund von Vorgaben der Sicherheitsbehörden einen Tag früher terminiert werden. Für den Finaltag 2018 haben alle 21 Landesverbände ihre Bereitschaft erklärt, ihr Endspiel am Pfingstmontag, 21. Mai 2018, auszutragen.

Der Termin für den Finaltag der Amateure wird nicht durch den DFB festgelegt, sondern gemeinsam durch die Landesverbände, wobei die finale Entscheidung von den Landesverbandspräsidenten getroffen wird. Sie vertreten dabei die Interessen der 25.000 Vereine und des gesamten Amateurfußballs.

Zum Saisonende ballen sich die Termine entscheidender Spiele. Nicht zuletzt die verschiedenen Interessen der höherklassigen Teilnehmer sind zu beachten. Für die Drittligisten soll der Termin nicht zu weit nach dem Saisonende in der 3. Liga liegen (möglichst nicht länger als eine Woche), um die ohnehin kurze Sommerpause nicht weiter zu reduzieren. Gleichzeitig soll der Finaltag möglichst nicht mit der Relegation zur 2. Bundesliga und den Aufstiegsspielen zur 3. Liga kollidieren – was 2018 leider nicht zu realisieren war. Zudem muss der Termin die Zustimmung des übertragenden TV-Senders finden. Der Finaltag der Amateure lebt von der TV-Übertragung, sie ermöglicht aufgrund der Reichweite im Free-TV eine deutlich erhöhte Aufmerksamkeit für den Amateurfußball.

All die verschiedenen Perspektiven und Ansichten haben die Präsidenten der Landesverbände zu beachten und zu gewichten. Allen Eventualitäten gerecht zu werden, ist dabei kaum möglich. Gesucht wird stets der bestmögliche Kompromiss – im Sinne des Amateurfußballs und im Sinne der größtmöglichen Zahl an Finalteilnehmern. Einzelinteressen sind nachzuvollziehen, können aber bei der Gesamtplanung nicht den Ausschlag geben. Die Pokalendspiele der Landesverbände verzahnen viele Ebenen des Fußballs, dies ist eine enorme Herausforderung.

 

In der laufenden Saison ist die Wahl auf Pfingstmontag, 21. Mai 2018, gefallen. Der Finaltag der Amateure liegt damit rund eine Woche nach dem Saisonende in der 3. Liga und Regionalliga und zwei Tage nach dem DFB-Pokalfinale. Die Aufstiegsspiele zur 3. Liga sind erst nach dem Finaltag terminiert (24. und 27.5.2018). Die in den Aufstiegs-Playoffs vertretenen Regionalligisten, die nicht im Endspiel des Landespokals stehen, sondern dort frühzeitig ausscheiden, haben die Möglichkeit, ihre beiden Aufstiegsspiele zur 3. Liga alternativ bereits am 16. und 20. Mai 2018 auszutragen – vorausgesetzt natürlich, der dortige Gegner steht ebenfalls nicht im Endspiel seines Landespokalwettbewerbs.

In der vergangenen Saison war bei insgesamt 20 Partien am Finaltag der Amateure mit der SV Elversberg ein Verein von dieser Problematik betroffen. In dieser Saison beginnen die Aufstiegsspiele laut Rahmenterminkalender bewusst erst nach dem Finaltag der Amateure. Zwischen dem Finaltag und den Hinspielen der Aufstiegs-Playoffs liegen drei Tage. Bis zu den Rückspielen sind es noch einmal drei Tage. Es handelt sich also um eine – im Fußball übliche - englische Woche. Wer dabei eine klare Wettbewerbsverzerrung kritisiert, sollte beachten, dass der betreffende Klub zwar ein Pflichtspiel mehr als der Gegner wenige Tage vor den Aufstiegs-Playoffs absolviert, der Konkurrent aber andererseits durch seine eineinhalbwöchige Spielpause auch nicht den gewohnten Wettkampfrhythmus hat.

Und: Wie beschrieben müssen bei der Terminfindung Kompromisslösungen gefunden werden, die zwar alle Interessenslagen berücksichtigen, aber nicht immer alle zufriedenstellen können. Mit der Veränderung der Aufstiegsregelung zur 3. Liga wird sich die Problematik weiter verringern, da in den Spielzeiten 2018/2019 und 2019/2020 nur noch zwei (statt wie bisher sechs) Regionalligisten Aufstiegsspiele bestreiten werden. 

 

Der Finaltag der Amateure am 21. Mai 2018 liegt zwischen Hin- und Rückspiel der Relegation zur 2. Bundesliga. Diese Terminkollision wiegt allerdings nicht so schwer, da die ersten vier Klubs der 3. Liga automatisch für den DFB-Pokal qualifiziert sind. Insofern würde es für den Tabellendritten der 3. Liga in diesem Fall im Landespokalendspiel nicht um das wertvolle DFB-Pokal-Ticket gehen. Der Klub  könnte sich also auf die Relegation konzentrieren und dennoch das Landespokalendspiel am Finaltag bestreiten. Der Finalgegner wäre unabhängig vom Ausgang der Partie ebenfalls für den DFB-Pokal qualifiziert.

An Wochenenden ist dies aufgrund des in allen Ligen laufenden Punktspielbetriebs nicht möglich. Reguläre Wochentage kommen ebenfalls nicht in Frage, da die Anstoßzeiten des Finaltags der Amateure am Mittag und Nachmittag liegen. Allein aufgrund seines Umfangs kann der Finaltag nicht an einem Wochentag ausgespielt werden – erst recht nicht für Amateurteams. Bleiben noch Feiertage in diesem Zeitraum als Möglichkeit: An denen wiederum sind zum Teil Punktspiele angesetzt, zudem könnte der Finaltag in dieser Phase gleich in mehreren Ligen den Wettbewerb beeinflussen.

Neben der Belastung für die Vereine spielen auch vernünftige Anstoßzeiten für die Fans eine Rolle. Sie können an Wochentagen kaum nachmittags ins Stadion kommen, schon gar nicht bei größeren Entfernungen. Der Finaltag der Amateure ist auch ein Familienfest des Amateurfußballs.

Zeitlich kann nicht parallel zur Bundesliga und 2. Bundesliga gespielt werden. Das Fernsehen könnte nicht übertragen, darüber hinaus würden sich beim Thema Sicherheit (z.B. ausreichende Besetzung aller Spiele mit Sicherheitskräften, Reisewege von Fangruppierungen) zum Teil kaum zum lösende Probleme ergeben.