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FAQ

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Finaltag der Amateure – das sollte man wissen

Am Finaltag der Amateure werden die Endspiele der Landespokalwettbewerbe bei den Männern ausgetragen. Deren Gewinner qualifizieren sich für den DFB-Pokal. Der Finaltag der Amateure kann daher als Brücke aller Landespokalwettbewerbe hin zum DFB-Pokal verstanden werden. Die ARD überträgt alle Partien am Finaltag in einer großen bundesweiten Livekonferenz im Ersten. Die Spiele werden auf drei verschiedene Anstoßzeiten über den Tag verteilt. Seine Premiere feierte der Finaltag der Amateure am 28. Mai 2016. In diesem Jahr steht die Veranstaltung vor ihrer vierten Auflage. Termin ist der 25. Mai 2019, der Tag des DFB-Pokalendspiels. Die Anstoßzeiten sind diesmal: 10.30 Uhr, 14.15 Uhr und 16.15 Uhr. Die genaue Verteilung der Finaltag-Paarungen auf die drei Anstoßzeiten wird Anfang Mai vorgenommen.

Ihren Anfang nahm die Idee 2015, als der WDR die Endspiele der Landesverbände Mittelrhein, Niederrhein und Westfalen erstmals in einer Livekonferenz übertrug. Aus dem gelungenen Test entwickelten alle Landesverbände gemeinsam den bundesweiten Finaltag der Amateure. Dieser bietet dem Fußball und den Klubs unterhalb der Bundesligen durch die Präsenz in der ARD eine einzigartige Bühne und Aufmerksamkeit.

An den Landespokalen nehmen zwar auch die Profiklubs aus der 3. Liga teil, 37 von 42 Landespokalfinalisten im Jahr 2018 kamen allerdings aus den Spielklassen darunter: Regionalliga (22), Oberliga (10), Verbands- und Landesliga (5). Der Finaltag folgt damit dem Auftrag der Basis, dass der DFB und seine Landesverbände dem Amateurfußball eine größere öffentliche Aufmerksamkeit verschaffen sollen.

Dr. Rainer Koch, 1. DFB-Vizepräsident Amateure, erklärt: „Wir können mit dem großen Programmangebot beim Finaltag einmal abbilden, was Woche für Woche auf unseren Fußballplätzen in Deutschland Realität ist. An jedem Wochenende sind weit mehr als zehnmal so viele Menschen auf Amateurfußballplätzen unterwegs als in den Bundesliga-Stadien, natürlich verteilt auf Tausende von Spielen. Mit dem Finaltag wird die große Kraft des Amateurfußballs zum Ausdruck gebracht. Entscheidend ist nicht so sehr, welche einzelnen Mannschaften in den Finals spielen. Es können ohnehin immer nur einige wenige sein. Sie stehen aber beispielhaft für den Amateurfußball, den Amateur-Spitzenfußball in Deutschland. Insofern ist die Strahlkraft dieses Pokalendspieltags von großer Bedeutung.“

Sehr gut. Das Konzept ist aufgegangen, das Feedback der Fans, der Vereine und der ARD ist positiv. Die Teilnahme am Finaltag sorgt gerade bei den Amateurklubs für große Euphorie und überproportional hohe öffentliche Aufmerksamkeit. Der Finaltag liefert der ARD und damit den Fans namhafte Traditionsvereine und kämpferische Underdogs, genau die Geschichten also, die den Pokalwettbewerb so faszinierend machen. Darüber hinaus haben die Landespokalwettbewerbe durch den Finaltag noch einmal eine Aufwertung erfahren – unter anderem dank der erhöhten öffentlichen Präsenz und verbesserten Präsentation.

1,90 Millionen Fernsehzuschauer schalteten in der Spitze beim Finaltag 2018 ein, der Marktanteil betrug bis zu 12 Prozent. Beide Werte lagen etwas niedriger als im Jahr zuvor (2,27 Mio./13,1 %). Im Eröffnungsjahr 2016 hatten in der Spitze 2,0 Millionen zugesehen, bei einem Marktanteil von 10,2 Prozent.

Im ersten Jahr wurden 17 von 21 Landespokalendspielen am Finaltag ausgetragen. Beim Finaltag 2017 waren es 20, das Endspiel in Sachsen musste aufgrund von Vorgaben der Sicherheitsbehörden einen Tag früher terminiert werden. Beim Finaltag 2018 waren erstmals alle 21 Landesverbände mit ihren Endspielen vertreten. Am 25. Mai 2019 soll dies wieder so sein, sofern die Sicherheitsbehörden keine Bedenken haben.

Das Erste sendet sieben bis acht Stunden vom Finaltag. In der Regel bilden zwei Endspiel-Standorte die so genannten Ankerstadien, in denen die Livekonferenz eröffnet und abgeschlossen wird und die mit jeweils einem Moderator bzw. einer Moderatorin besetzt sind. Insgesamt sind am Finaltag mehr als 80 Kameras im Einsatz. Unter den Kommentatoren der Partien finden sich bekannte Namen wie Tom Bartels, Kommentator des WM-Finales 2014, oder WDR-Sportchef Steffen Simon. Letzterer fungiert bei der ARD auch als Koordinator des Finaltages. Simon betont: „Der Aufwand am Finaltag reicht für uns an die Dimensionen eines Tages bei den Olympischen Spielen heran.“

Der Termin für den Finaltag der Amateure wird nicht durch den DFB festgelegt, sondern gemeinsam durch die Landesverbände, wobei die finale Entscheidung von den Landesverbandspräsidenten getroffen wird. Sie vertreten dabei die Interessen der knapp 25.000 Vereine und des gesamten Amateurfußballs.

Zum Saisonende ballen sich die Termine entscheidender Spiele. Nicht zuletzt die verschiedenen Interessen der höherklassigen Teilnehmer sind zu beachten. Für die Drittligisten soll der Termin nicht zu weit nach dem Saisonende in der 3. Liga liegen (möglichst nicht länger als eine Woche), um die ohnehin kurze Sommerpause nicht weiter zu reduzieren. Gleichzeitig sind die Aufstiegsspiele zur 3. Liga sowie die Relegation zur 2. Bundesliga zu beachten. Der Termin des Finaltags muss zudem die Zustimmung des übertragenden TV-Senders finden. Der Finaltag der Amateure lebt von der TV-Übertragung, sie ermöglicht aufgrund der Reichweite im Free-TV eine deutlich erhöhte Aufmerksamkeit für den Amateurfußball.

All die verschiedenen Perspektiven und Ansichten haben die Präsidenten der Landesverbände zu beachten und zu gewichten. Allen Eventualitäten gerecht zu werden, ist dabei kaum möglich. Gesucht wird stets der bestmögliche Kompromiss – im Sinne des Amateurfußballs und im Sinne der größtmöglichen Zahl an Finalteilnehmern. Einzelinteressen sind nachzuvollziehen, können aber bei der Gesamtplanung nicht den Ausschlag geben. Die Pokalendspiele der Landesverbände verzahnen viele Ebenen des Fußballs, dies ist eine enorme Herausforderung.

Der Finaltag der Amateure geht auf einen gemeinsamen Entschluss aller 21 Landesverbände des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zurück. Daher sind bei der Planung auch alle Landesverbände involviert. Die Organisation wird beim Fußball-Verband Mittelrhein (FVM) gebündelt. Das hat zweierlei Gründe: Einerseits entstand dort die Idee, mit einem  gemeinsamen Endspieltag die Bedeutung des Amateurfußballs und des Pokalwettbewerbs hervorzuheben, andererseits besteht dort der direkte Kontakt zum in Köln ansässigen Westdeutschen Rundfunk (WDR), der die Koordination der TV-Übertragung des Finaltags der Amateure für die ARD übernimmt.

Um das Ereignis trotz der vielen Partien für den Zuschauer nachvollziehbar und attraktiv zu machen, gibt es drei Anstoßzeiten. Die Verteilung der einzelnen Landespokal-Endspiele auf die drei Konferenzen bedarf einer komplexen Planung mit drei beteiligten Parteien.

Zunächst dürfen die Landesverbände Wünsche für die Einordnung ihres Endspiels in eine der drei Konferenzen äußern. Aus diesen Vorgaben ergibt sich eine vorläufige Planung. Dann erfolgt die Abstimmung mit der ARD. Die dortigen Verantwortlichen müssen schauen, ob die Übertragung in dieser Zusammensetzung technisch möglich ist und sie zu diesen Uhrzeiten über ausreichende Kapazitäten verfügen. Außerdem wird die Zuschauerattraktivität der Zusammenstellung überprüft. Auch müssen Stadien ausgewählt werden, die als Ankerstadien fungieren.

Anschließend folgt der entscheidende Schritt: Die Mitarbeiter der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) der Polizei prüfen, ob der Ablaufplan bzw. die Zusammensetzung der drei Konferenzen den Sicherheitsanforderungen entspricht. Das Ziel besteht darin, mit angemessenem Personaleinsatz bundesweit die Sicherheit der Zuschauer in und um Veranstaltungsorte sowie auf den An- und Abreisewegen zu gewährleisten. Dabei wird unter anderem nach anderen (Sport)-Ereignissen des Tages, den Reiserouten von Fans und erfahrungsgemäß besonders problematischen Konstellationen geschaut, ehe die Freigabe erfolgt.

Das Ergebnis geht dann an die Landesverbände, die jetzt nochmals Hinweise geben können, wenn die Wunschzeit nicht gehalten werden konnte. In diesen ganz seltenen Fällen wird sich dann nochmals abgestimmt, wobei die bundesweite Sicherheitseinordnung den Ausschlag gibt. Anschließend kommunizieren die Landesverbände die Anstoßzeiten als ihr gemeinsames Ergebnis.

Der 4. Finaltag der Amateure wird am 25. Mai 2019 ausgetragen und damit erstmals am Tag des DFB-Pokalendspiels. Der Finaltag der Amateure liegt damit eine Woche nach dem Saisonende in der 3. Liga und Regionalliga.

Es ist grundsätzlich eine große Herausforderung, 21 Landespokalendspiele an einem Tag zu terminieren. Dabei stellen sich in jedem Landesverband individuelle Anforderungen, die bei den Anstoßzeiten berücksichtigt werden müssen. In diesem Jahr positioniert sich der Amateurfußball zudem als Teil der großen Sportfamilie. Am 25. Mai 2019 ist Berlin Austragungsort des internationalen Formel E-Rennens. Das Rennformat hat ebenfalls Übertragungsrechte im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Daher haben der Amateurfußball, die Formel E-Rennserie und die ARD als übertragende TV-Anstalt einen Kompromiss gefunden, der aus Sicht aller Beteiligten lösungsorientiert ist. Zudem ist es in einigen Landesverbänden durchaus Praxis, dass dort auch Fußballspiele zu frühen Anstoßzeiten stattfinden.

In der vergangenen Saison waren bei insgesamt 21 Partien am Finaltag der Amateure mit dem 1. FC Saarbrücken, FC Energie Cottbus und SC Weiche Flensburg drei Vereine von dieser Problematik betroffen, wobei Cottbus und Flensburg in den Aufstiegsspielen im direkten Duell aufeinandertrafen. Allerdings waren die Aufstiegsspiele bewusst erst nach dem Finaltag der Amateure terminiert. Zwischen dem Finaltag und den Hinspielen der Aufstiegs-Playoffs lagen drei Tage. Bis zu den Rückspielen waren es noch einmal drei Tage.

Aufgrund der veränderten Aufstiegsregelung zur 3. Liga mit nun 4 Aufsteigern verringert sich das Problem in der Saison 2018/2019. Da drei von fünf Regionalliga-Meistern direkt aufsteigen und nur der vierte Aufstiegsplatz im Playoff-Modus in Hin- und Rückspiel ausgespielt wird, können maximal noch zwei Teams betroffen sein.

Die Aufstiegsspiele 2019 sind für Mittwoch, 22. Mai, und Sonntag, 26. Mai 2019, angesetzt. Der Meister der Regionalliga Nord trifft auf den Vertreter der Regionalliga Bayern. Sollte mindestens einer der beiden Vereine für den Finaltag der Amateure am 25. Mai qualifiziert sein, wird das Rückspiel der Aufstiegs-Playoffs erst am Mittwoch, 29. Mai, ausgetragen. Dies ist im Norden möglich, wo der VfB Lübeck im Endspiel um schleswig-holsteinischen SHFV-Lotto-Pokal steht und gleichzeitig mit dem VfL Wolfsburg II um die Meisterschaft in der Regionalliga kämpft. In Bayern ist kein Finaltag-Teilnehmer betroffen: Der FC Bayern München II ist als zweite Mannschaft nicht im Landespokal startberechtigt, der VfB Eichstätt ist bereits aus dem Pokal ausgeschieden und hat darüber hinaus keine Zulassung für die 3. Liga beantragt, kommt also für die Aufstiegsspiele nicht in Frage.

Wichtig zu beachten: Wie beschrieben müssen bei der Terminfindung Kompromisslösungen gefunden werden, die zwar alle Interessenslagen berücksichtigen, aber nicht immer alle zufriedenstellen können.

Nimmt ein Drittligist an der Relegation zur 2. Bundesliga teil, steht der Klub als Tabellendritter der 3. Liga automatisch als DFB-Pokal-Teilnehmer in der Folgesaison fest. Denn: Die vier bestplatzierten Teams der 3. Liga qualifizieren sich jedes Jahr für den DFB-Pokal. Das Landespokalfinale muss natürlich dennoch ausgetragen werden, wenn der Relegationsteilnehmer dieses erreicht hat. Die Relegationsspiele zur 2. Bundesliga sind dieses Jahr für 24. und 27. Mai angesetzt.

Es gibt nun zwei Möglichkeiten:

1. Das Finale muss aus diesen sportlichen Gründen verlegt werden. Eine Neuterminierung der Relegationsspiele ist nicht möglich. Diese sind verbindlich zwischen DFB und DFL geregelt und müssen aus Gründen der Chancengleichheit auch termingerecht ausgetragen werden.

2. Der Relegationsteilnehmer spielt trotzdem das Landespokalendspiel, gegebenenfalls mit einer B-Mannschaft. So können beide Wettbewerbe an den geplanten Terminen ausgetragen werden. Der Karlsruher SC ist im Jahr 2018 so verfahren, da es ihm auch wichtig war, die Idee des Amateurfußballs zu unterstützen. Eine Wettbewerbsverzerrung liegt insofern nicht vor, da beide Finalteilnehmer in diesem Fall bereits als DFB-Pokal-Teilnehmer feststehen.

An Wochenenden ist dies aufgrund des in allen Ligen laufenden Punktspielbetriebs nicht möglich. Reguläre Wochentage kommen ebenfalls nicht in Frage, da die Anstoßzeiten des Finaltags der Amateure am Mittag und Nachmittag liegen. Allein aufgrund seines Umfangs kann der Finaltag nicht an einem Wochentag ausgespielt werden – erst recht nicht für Amateurteams. Bleiben noch Feiertage in diesem Zeitraum als Möglichkeit: An denen wiederum sind zum Teil Punktspiele angesetzt, zudem könnte der Finaltag in dieser Phase gleich in mehreren Ligen den Wettbewerb beeinflussen.

Neben der Belastung für die Vereine spielen auch vernünftige Anstoßzeiten für die Fans eine Rolle. Sie können an Wochentagen kaum nachmittags ins Stadion kommen, schon gar nicht bei größeren Entfernungen. Der Finaltag der Amateure ist auch ein Familienfest des Amateurfußballs.

Zeitlich kann nicht parallel zur Bundesliga und 2. Bundesliga gespielt werden. Das Fernsehen könnte nicht übertragen, darüber hinaus würden sich beim Thema Sicherheit (z.B. ausreichende Besetzung aller Spiele mit Sicherheitskräften, Reisewege von Fangruppierungen) zum Teil kaum zu lösende Probleme ergeben.